RaSchOWL: Region macht Schule – Region, Tradition und Innovation der Berufs- und Arbeitswelten in Ostwestfalen-Lippe

Projektbeschreibung

Ziel des Projekts „RaSchOWL – Region macht Schule“ war es, die berufliche und arbeitsweltliche Orientierung von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 7-9 zu fördern. Dazu wurden – in enger Zusammenarbeit mit Lehrkräften aus allgemein bildenden Schulen der Sekundarstufe I sowie Vertretern und Institutionen in der Region Ostwestfalen-Lippe – außerschulische Lerngelegenheiten in der Region entwickelt, erprobt und evaluiert. Die Lernsituationen innerhalb der Praxiskontakte wurden dabei so konzipiert, dass sie den Schülerinnen und Schülern Veränderungen der Berufs- und Arbeitswelten ihrer Region aufzeigen und einen Vergleich zwischen Vergangenheit und Gegenwart sowie möglichst auch eine Orientierung für die Zukunft ermöglichen.

Die Schülerinnen und Schüler erhalten die Möglichkeit, ihre persönlichen Interessen und Neigungen betreffend die Berufs- und Arbeitswelt zu entdecken und zu verfolgen, weshalb die Gestaltung einer aktivierenden Lernsituation im Mittelpunkt stand. Die Leitidee ist, die Schülerinnen und Schüler handlungsfähig zu machen. Auf dieser Basis ist es ihnen anschließend besser möglich, eine reflektierte Berufswahlentscheidung anhand persönlicher Präferenzen und Wertvorstellungen unter den Bedingungen gegenwärtiger und zukünftiger Berufs- und Arbeitswelten zu treffen. Sie werden darin gefördert, Verantwortung für die (eigene) persönliche und berufliche Entwicklung zu übernehmen.

In der Pilotphase des Projekts wurden ausgewählte außerschulische Lerngelegenheiten mit je einem didaktischen Konzept entwickelt. Die außerschulischen Lernorte können sowohl Museen als auch Unternehmen sein und sind über die Region Ostwestfalen-Lippe verteilt. Langfristig möchte das Projekt weitere, geeignete Regionen identifizieren, um Möglichkeiten der Übertragbarkeit der innovativen Projektidee aus der Kombination von schulischer, unternehmerischer und kultureller Perspektive zur (beruflichen) Orientierungsfähigkeit von Jugendlichen auf andere Regionen zu prüfen.

Projekthandbuch

Das Projekthandbuch "Orientierung im Wandel der Berufs- und Arbeitswelt durch außerschulische Lerngelegenheiten. Mit Beispielen aus Ostwestfalen-Lippe" der Autoren Thomas Retzmann, Steffen Spitzner und Fabio Fortunati enthält alle vollständig ausgearbeiteten Beispiele aus der Pilotregion Ostwestfalen-Lippe. Es gliedert sich in drei Teilbereiche:

Teil I stellt die wesentlichen fachdidaktischen Grundlagen dar, wie der historische, gegenwärtige und zukünftige Wandel der Berufs- und Arbeitswelt durch Nutzung außerschulischer Lerngelegenheiten erkundet werden kann. Ziel der einleitenden Darstellung ist, dass Interessierte selbst grundlegend theoretisch befähigt werden, weitere außerschulische Lerngelegenheiten in ihrer Region zu entwickeln, um sie für die berufliche und arbeitsweltliche Orientierung zu nutzen.

Teil II zeigt die im Rahmen des Projekts entwickelten außerschulischen Lerngelegenheiten samt didaktischer Konzeption und Unterrichtsmaterialien zur Vorbereitung, Erkundung und Nachbereitung. Sie enthalten eine verständliche, leicht nutzbare und anwenderfreundliche Anleitung zur Planung, Organisation, Durchführung und Reflexion der außerschulischen Lernangebote für Lehrerinnen und Lehrer sowie ansprechend gestaltete Unterrichts- und Erkundungsmaterialien für Schülerinnen und Schüler. Daneben wird eine Einordnung in den wirtschaftshistorischen Kontext vorgenommen, indem die industriellen Revolutionen vorgestellt werden.

Teil III dokumentiert die Erfahrungen aus den Erprobungen, die Ergebnisse einer projektbegleitenden empirischen Erhebung sowie die Forschungs- und Entwicklungsdesiderate von außerschulischen Lerngelegenheiten im Rahmen der Berufs- und Arbeitsweltorientierung. Die konkreten Erfahrungen münden in einer Checkliste, die Lehrkräfte bei der Realisierung außerschulischer Lerngelegenheiten unterstützen soll. Die empirische Untersuchung beantwortet die Frage, ob und inwiefern sich Museen – über die Projektbeispiele hinaus – als außerschulische Lerngelegenheiten zur beruflichen und arbeitsweltlichen Orientierung eignen.

Die außerschulischen Lerngelegenheiten in der Pilotregion Ostwestfalen-Lippe

Im Projekt wurden die folgenden, exemplarischen Lerngelegenheiten samt vor- und nachbereitender Unterrichtseinheiten entwickelt und mit Schulklassen erprobt:

- Glashütte Gernheim: Kurzbeschreibung des Lern-Arrangements / Die Glashütte Gernheim als außerschulische Lerngelegenheit

- Ziegeleimuseum Lage: Kurzbeschreibung des Lern-Arrangements / Das Ziegeleimuseum Lage als außerschulische Lerngelegenheit

- Historisches Museum Bielefeld: Kurzbeschreibung des Lern-Arrangements / Das Historische Museum als außerschulische Lerngelegenheit

- Heinz Nixdorf MuseumsForum: Kurzbeschreibung des Lern-Arrangements / Das HNF als außerschulische Lerngelegenheit

- SmartFactory OWL: Kurzbeschreibung des Lern-Arrangements / Die SmartFactory als außerschulische Lerngelegenheit

Die sich anschließende Tabelle zeigt die berufs- und arbeitskundlichen, wirtschaftlichen, technischen, sozialen und gesellschaftlichen Aspekte, die im Rahmen der vor- und nachbereitenden Unterrichtseinheiten sowie der Erkundungen der außerschulischen Lerngelegenheiten aufgegriffen werden.


Projektleitung
: Prof. Dr. Thomas Retzmann 


Projektmitarbeiter der Universität Duisburg-Essen: Steffen Spitzner, M.Sc.; Fabio Fortunati, M.Sc.

Projektpartner: Lehrkräfte aus allgemein bildenden Schulen der Sekundarstufe I sowie Vertreter und Institutionen aus der Region Ostwestfalen-Lippe

Projektförderung: PwC-Stiftung

Projektziel: Förderung der arbeitsweltlichen Orientierung von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 7-9 durch das Design, die Erprobung und Evaluation sowie Dissemination außerschulischer Lerngelegenheiten

Projektzeitraum: März 2017 – Dezember 2019

 Gefördert durch: