IvÜFA: Inklusive virtuelle Übungsfirma – Berufliche Qualifizierung für die Teilhabe am allgemeinen Arbeitsmarkt des Berufsfeldes Wirtschaft und Verwaltung

Mit diesem Forschungs- und Entwicklungsvorhaben wird das Ziel verfolgt, behinderte und nichtbehinderte Menschen gemeinsam unter Nutzung digitaler Medien kaufmännische Praxis erfahren zu lassen. Hierzu entwickelt die Zentralstelle des deutschen Übungsfirmenrings bei der Bfz Essen GmbH das etablierte und in der kaufmännischen Berufsbildung vielfach praktizierte Übungsfirmenkonzept zu einem virtuellen Lernraum weiter, in dem behinderte und nichtbehinderte Menschen gleichberechtigt zusammenarbeiten. Es wird eine Inklusive virtuelle Übungsfirma vollumfänglich konzipiert, didaktisch fundiert und informatisch umgesetzt. Sie wird im Projektzeitraum bei mehreren Anwendern unterschiedlicher Trägerschaft, die zudem unterschiedliche Zielgruppen erreichen, gegebenenfalls in mehreren Varianten praktisch erprobt und vom Lehrstuhl für Wirtschaftsdidaktik der Universität Duisburg-Essen wissenschaftlich evaluiert.

Ausgangspunkt des Erkenntnisinteresses ist die Intention einer Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen, wie sie in der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen gefordert wird. IvÜFEN sollen die Übungsfirmenarbeit nicht nur durch barrierekompensierende Unterstützungstools, sondern mehrdimensional auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen sowie das gemeinsame Lernen und Arbeiten ausrichten, – dies vor allem in räumlicher und didaktisch-methodischer Hinsicht, um barrierefreie Lernprozesse zu ermöglichen. Zu Beginn des Projektes wird die Inklusive virtuelle Übungsfirma von der Bfz Essen GmbH didaktisch fundiert ausgearbeitet. Die wissenschaftliche Beratung übernimmt der Lehrstuhl für Wirtschaftsdidaktik auf Grundlage der Erkenntnisse der Berufsbildungsforschung und der Inklusiven Berufsbildung. Da die IvÜFA als eine neu zu gestaltende, innovative pädagogische Intervention anzusehen ist, werden deren Voraussetzungen, Gestaltungsoptionen, Wirkungen und Skalierungspotenzial erforscht.

Die wissenschaftliche Begleitforschung wird in Anlehnung an den in der (fachdidaktischen) Berufsbildungsforschung weit verbreiteten Design Based Research Ansatz (DBR) durchgeführt. Ziel ist es, die Komplexität der IvÜFA als pädagogische Intervention durch eine systematische Gestaltung, Durchführung, Überprüfung und Re-Design eben dieser zu durchdringen, um konkrete Verbesserungen für die inklusive berufliche Bildung zu ermöglichen und die Potenziale einer inklusiven virtuellen Übungsfirma voll zu entfalten. Gemäß DBR-Ansatz wird die wissenschaftliche Begleitforschung projektspezifisch ausgestaltet. Zur validen Beantwortung der erkenntnisleitenden Fragestellungen werden zielgerichtete Erhebungsinstrumente ausgearbeitet und eine Triangulation von verschiedenen Erhebungs- und Auswertungsverfahren angestrebt.

Projektleitung:                 Univ.-Prof. Dr. Thomas Retzmann, Universität Duisburg-Essen

Projektmitarbeiter:          Cennt Yilmaz, M. Sc.

Projektpartner:                Bfz-Essen GmbH (Verbundkoordinator)

Projektförderung:            Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der
Richtlinie zur Förderung von „Inklusion durch digitale Medien in der beruflichen Bildung“ / Kofinanzierung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union (ESF)
(Förderkennzeichen: 01PE18003B)

Projektziel:                      Weiterentwicklung des Übungsfirmenkonzepts zu einem virtuellen Lernraum, in dem behinderte und nichtbehinderte Menschen gemeinsam unter Nutzung digitaler Medien kaufmännische Praxis erfahren.

Projektzeitraum:              Juli 2018 – Juli 2021