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 Di, 01. Okt. 2013

Fachtagung: Qualität von Unterrichtsmaterialien für die Finanzielle Allgemeinbildung

Am 1. Oktober 2013 veranstaltet der Lehrstuhl für Wirtschaftswissenschaften und Didaktik der Wirtschaftslehre der Universität Duisburg-Essen eine Fachtagung mit dem Titel „Qualität von Unterrichtsmaterialien für die Finanzielle Allgemeinbildung“. Die sich in Gründung befindende Sektion Finanzielle Bildung der Deutschen Gesellschaft für Ökonomische Bildung widmet sich damit einem aktuellen und kontrovers diskutierten Thema. Die Einschätzungen des „Engagements“ von Unternehmen, Verbraucherverbänden und Gewerkschaften auf dem Gebiet der Finanziellen Bildung könnten unterschiedlicher kaum sein: Sind die von nicht-staatlichen Einrichtungen bereitgestellten Unterrichtsmaterialien und -angebote für die Finanzielle Allgemeinbildung ein Krisensymptom eines nicht zeitgemäßen Fächerkanons in den allgemein bildenden Schulen oder Ausdruck der Naivität und Kumpanei der Bildungsministerien mit dem Großkapital? Während der renommierte Jugendforscher Prof. Klaus Hurrelmann im Interview mit lehrernrw findet: „Sie treffen damit ins Schwarze, weil sie damit ein Defizit der Schulen aufdecken. … Die heutigen Angebote von außen sind ein Signal, dass ein eklatantes Defizit existiert. Sie kommen nur deshalb zustande, weil die Schulen mehrheitlich keinen Wirtschaftsunterricht haben, alle aber zugleich spüren, hier haben wir etwas versäumt in der Bildungspolitik.“ wettert der ökonomiekritische Soziologe Prof. Reinhold Hedtke mit gewohnt scharfen Worten dagegen: „Ich verstehe überhaupt nicht, mit welcher Naivität die Bildungsministerien die Verbände und die großen Unternehmen in die Schulen lassen … Es ist ein Klima, das würde ich fast als Kumpanei mit den Wirtschaftsverbänden und den großen Unternehmen bezeichnen.“ Die Sektion Finanzielle Bildung i. G. eröffnet mit ihrer ersten Fachtagung den wissenschaftlichen Diskurs über Qualität von Unterrichtsmaterialien für die Finanzielle Allgemeinbildung. Teilnehmen können ausschließlich Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Ökonomische Bildung. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Bitte senden Sie Ihre Anmeldung an: sekretariat.widida@uni-due.de ________________________________________________________________________ Die Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung e. V. geht zurück auf die 1978 gegründete Bundesfachgruppe für ökonomische Bildung. Wesentliche Ziele der Gesellschaft sind die Förderung der wissenschaftlichen Entwicklung ökonomischer Bildung, die Verankerung und der Ausbau der ökonomischen Bildung in der Schule, die Förderung der Lehrerbildung für die ökonomische Bildung. Von 2004 bis 2013 gehörte Professor Dr. Thomas Retzmann dem Vorstand der wissenschaftlichen Gesellschaft an, von 2009 bis 2013 war er deren Vorsitzender. Unter seiner Leitung fand bereits 2010 die wissenschaftliche Fachtagung „Finanzkompetenz und ökonomische Verbraucherbildung“ statt, deren Ergebnisse im Tagungsband „Finanzielle Bildung in der Schule. Mündige Verbraucher durch Konsumentenbildung“ veröffentlicht wurden.